Verfasst von: Dipl. Pol. Thomas Leppert | 24. März 2011

It’s the (social) economy, stupid!

Gestatten – Das unbeachtete Social Business in Deutschland: Über 100.000 Unternehmen mit 1.3 Millionen Beschäftigten, zu 2/3 durch Leistungsentgelte und 1/3 durch Spenden/Zuwendungen finanziert, 300% Wachstum seit 1970 - allein in der freien Wohlfahrtspflege (Stand 2000, Quelle IDW 2004). Unkenrufen zum Trotz meistens hoch professionell, immer der sozialen Mission verpflichtet, Gewinne fließen dem sozialen Zweck zu. Dazu kommen tausende Vereine, gGmbH, Stiftungen etc… Häufig sind diese Organisationen auch hoch innovativ und entwickeln neue, spannende Lösungen für soziale Probleme. Nur einige Beispiele der jüngeren Vergangenheit aus Hamburg:

- Das Stadthaushotel, das “berühmteste Integrationshotel Europas” (Eigenwerbung) der jugend hilft jugend-Arbeit gemeinnützige GmbH.

- Das Zahnmobil, die erste rollende Zahnarztpraxis für benachteiligte Menschen der Caritas Hamburg (zusammen mit Colgate).

- Die Treffpunkte für Menschen mit Behinderungen “mittendrin” der alsterdorf assistenz west bzw. ost im Verbund der Evangelischen Stiftung Alsterdorf.

- Der Hamburger Kulturschlüssel: freiwillige Begleiter und bei Bedarf Freikarten, damit alle das kulturelle Leben Hamburgs genießen können – initiiert von Leben mit Behinderung Hamburg.

kointer.de – Online-Suchtberatungsstelle für Jugendliche, ebenfalls von jugend hilft jugend-Arbeit gemeinnützige GmbH.

Die Beispiele zeigen: wer über Soziale Innovationen in Deutschland redet, kommt an der etablierten Sozialwirtschaft nicht vorbei. Sie verfügt häufig über die Erfahrung, Ressourcen, Netzwerke und Möglichkeiten zur Qualitätssicherung, die erfolgreiche und nachhaltige Projekte erst möglich machen.

Und – Es gibt sie also und sie ist machtvoll: die andere Form des Wirtschaftens. Unternehmen dieser Art bilden längst einen der wichtigsten Wirtschaftssektoren in Deutschland, an dem man nicht vorbeikommt. Nutzen wir ihre Möglichkeiten, um gesellschaftlichen Wandel voranzutreiben, wo es geht (und vergessen darüber nicht die Förderung kleiner und oft flexiblerer Initiativen).


Antworten

  1. [...] es gehen kann (im positiven wie negativen), zeigen uns die vielen etablierten Sozialunternehmen in Deutschland: Sie haben es einerseits geschafft, sich trotz zum Teil erheblicher Größe, Erfolg [...]

  2. [...] von Social Business in Deutschland auch die hierzulande seit Jahrzehnten bestehenden Erfahrungen und Strukturen in der Sozialwirtschaft dazu [...]

  3. [...] mit finanziellem Erfolg Spendenstatistik: Bilanz des Helfens 2010 Von Beruf Geldsammler It’s the (social) economy, stupid! Kostenfreies Coaching und 5.000 € für soziale Initiativen Fachtag „Vereine und [...]


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